Freitag, 12. September 2014 • 20.00 Uhr • Klosterinnenhof

"Der Klang Europas" - Opella Nova

– das gesungene Wort als universelle Sprache –

 

zu den Künstlern:Hofserenaden 2014 / Opella Nova

Das Vokal-Ensemble "Opella Nova" wurde von Absolventen der Folkwang Universität der Künste Essen, der Kirchenmusikhochschule Herford sowie des Instituts für Musik der Universität Dortmund gegründet und besteht in der aktuellen Besetzung seit 2011.

'Opella Nova' nannte der Komponist Johann Hermann Schein um 1618 eines seiner geistlichen Hauptwerke. Damit gibt das Ensemble durch seine Namenswahl einen Hinweis auf einen Schwerpunkt seines musikalischen Schaffens: die Musik des Frühbarock und der Renaissance. Neben der Interpretation von Musik aus dieser Zeit sucht das Ensemble immer wieder auch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik.

Hofserenade 2014 Opella NovaIn diesem reizvollen musikalischen Spannungsfeld entwickelt "Opella Nova" Vokal-Programme, die bisweilen mit unkonventionellen Texten und instrumentalen Intermezzi kombiniert werden. So wird ein tieferer Blick in die Thematik des jeweiligen Programms möglich, die Zuhörenden erleben ein facettenreiches Bild einer Epoche, einer Idee.
www.opella-nova.de

Das Programm:

Der Klang Europas 

– das gesungene Wort als universelle Sprache –

Für das Jubiläum des 6oojährigen Bestehens der Chorhalle im Aachener Dom haben wir ein Programm entworfen, das allerdings auch in anderen sakralen Räumen zu musizieren und kirchenjahreszeitlich unabhängig ist.

Unser Konzert ist aufgebaut wie eine geographische und chronologische Pyramide.

Chronologisch betrachtet steht Karl der Große an der Spitze der Pyramide. Darunter erweitert sie sich durch Musik aus der Entstehungszeit der Chorhalle des Aachener Doms. Basis der Pyramide bilden dann Motetten aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Geographisch denken wir uns Aachen als politisch-geistliches Zentrum zur Zeit Karls des Großen und beginnen daher unsere musikalische Reise durch Europa im Herzen des Fränkischen Reichs. Die folgenden Werke zeigen die Verflechtungen der europäischen Musik vom 14. bis zum 17. Jahrhundert über die sich zu der Zeit bildenden und fortwährend sich verschiebenden politischen Landesgrenzen hinaus. Komponisten haben sich europaweit voneinander inspirieren lassen und betrachteten es als Ehre, wenn Kollegen sie musikalisch zitierten. In dieser Zeit waren die meisten Komponisten im Laufe ihres Lebens nicht an einen Ort gebunden, sondern wirkten kosmopolitisch, für unterschiedliche Herren, in unterschiedlichen Städten und Ländern. Populäre Melodien „wanderten“ durch ganz Europa.

Wir beginnen unser Konzert mit einem gregorianischen Choral. Hier präsentiert sich das Ensemble zunächst einstimmig. Es folgen mehrstimmige Werke aus dem 14./15. Jahrhundert, u. a. aus einem Trienter Codex sowie von Dufay. Mit Vokalwerken aus dem 16. und 17. Jahrhundert (z. B. Motetten von Schütz, Schein, Monteverdi, Tallis, de Morales, Eccard oder Hammerschmidt) vervollständigen wir das Programm. Die musikalischen Teile sind unterschiedlich gewichtet und finden ihren Schwerpunkt im 16. und 17. Jahrhundert.

In der die drei Teile verbindenden Moderation wird der europäische Gedanke auf unterschiedliche Weise als verknüpfendes Element herausgearbeitet.

Diese Veranstaltung  findet auch bei schlechtem Wetter statt (Klosterkirche). In der Pause und nach dem Konzert laden wir zu einem kleinen Serenadenumtrunk in den Kreuzgang des Klosters ein.